Einstimmig haben sich die Stadtverordneten von Bad Vilbel für die Renovierung des Kurhauses und den Bau einer Veranstaltungshalle ausgesprochen. Auch der Bau eines Hotels auf dem Gelände wurde mit großer Mehrheit befürwortet, nur die Grünen waren dagegen.

Den Abstimmungen ging eine ausführliche Debatte voraus. Für die CDU nahm der Vorsitzende des Stadtverbandes und Mitglied des Landtags Tobias Utter Stellung:

„Für die CDU- Fraktion ist das heute ein ganz besonderer Tag. Im Jahre 1977 sind wir oder besser gesagt unsere Vorgänger angetreten Bad Vilbel von Grund auf zu erneuern. Das Motto hieß „eine Herzkur für Bad Vilbel“. Seit dem ist sehr viel geschehen. Ich kann an dieser Stelle nicht alles aufzählen. Doch auf die wesentlichen Schritte bei der Umgestaltung der Innenstadt möchte ich kurz hinweisen.

Die Quellenbetriebe haben die Frankfurter Straße verlassen, aus Industrieflächen wurden Wohn-, Einkaufs- und Gewerbeflächen, Orte der Kommunikation, wie im Haus der Begegnung. Die Frankfurter Straße wurde in eine Einbahnstraße umgewandelt, den Fußgängern wurde mehr Raum gegeben. Altes Rathaus, Alte Mühle, Burg und Lohstraße wurden umgestaltet und der historische Kern Bad Vilbels wurde wieder wahrnehmbar und mit Leben gefüllt. Gegen den Widerstand aller anderen Fraktionen wurde der Nidda-Uferweg von der CDU durchgesetzt. Mit Römermosaik und Römerspielplatz wurde der Kurpark aufgewertet.

Besonders langwierig war die Umgestaltung der Neuen Mitte. Es war wirklich nicht einfach den Streubesitz rund um den alten Zentralparkplatz in städtische Hand zu bekommen. Die geniale Idee von Professor Fred Angerer, auf der Brücke eine Bücherei zu errichten, wurde heftig bekämpft. Heute ist unsere Innenstadt ausgesprochen beliebt. Man kann sie vorzeigen, daher trauen wir uns auch zum Hessentag nach Bad Vilbel einzuladen.

Jetzt stehen noch zwei große Projekte an. Mit dem Bau einer Therme wird Ersatz geschaffen für das in die Jahre gekommene Hallenbad. Gleichzeitig wird das Baden aber auch zu einem Erlebnis und das Heilwasser kommt zur Anwendung. In dieser Angelegenheit haben wir als Stadtverordnetenversammlung bereits alle wichtigen Entscheidungen getroffen.

Heute geht es nun um die Zukunft des Kurhauses und seiner Umgebung. Die heutige Entscheidung wird über Jahre das Gesicht unserer Stadt prägen. Daher war es richtig durch einen Architektenwettbewerb die unterschiedlichsten Ideen zur Diskussion zu stellen. Alle eingereichten Pläne waren ausgesprochen qualitätsvoll. Nach ausführlichen Beratungen und Abwägungen kommen wir, gemeinsam mit unserem Koalitionspartner, zu dem Schluss, dass der Entwurf des Büros Vielmo aus Stuttgart die besten Möglichkeiten bietet. Durch die Anordnung der neuen Halle im rechten Winkel zum Kurhaus entsteht eine Ausweitung des Kurparks an der Nidda, die an dieser Stelle renaturiert und damit besonders attraktiv ist. Die Verbindung des alten Kurhauses mit der neuen Halle durch einen Glaskörper ist besonders gelungen. Auch die hohe Funktionalität der Pläne hat uns beeindruckt. Es war auch richtig schon frühzeitig den Denkmalschutz in unsere Überlegungen miteinzubeziehen.

Nach reiflicher Abwägung begrüßen wir auch den Plan, die große Variante, also eine Halle mit bis zu 1000 Sitzplätzen, umzusetzen. Uns hat der Rat von Fachleuten überzeugt, dass die Vermarktungschancen bei dieser Hallengröße deutlich besser sind, als bei der kleineren Variante.

Zurzeit bietet der City-Parkplatz 130 Stellplätze, nach Fertigstellung der Tiefgarage werden 400 Parkplätze zur Verfügung stehen. Dies ist zusammen mit der Tiefgarage am Nidda-Platz für Abendveranstaltungen ausreichend und tagsüber wird dadurch das Parkplatzangebot erheblich ausgeweitet. Die Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr ist bereits heute sehr gut, wird sich aber mit dem Ausbau der S 6 und der Umgestaltung des Südbahnhofs noch einmal verbessern. Auf ausreichend Fahrradstellplätze werden wir achten.

Das alte Kurhaus und die neue Halle werden den Bad Vilbeler Vereinen ganz neue Möglichkeiten zur Entfaltung bieten und das Kurhaus wird durch die neue Anbindung barrierefrei erreichbar. Die hässlichen Feuerwehrleitern können verschwinden und die ursprüngliche Ansicht der Kurhausfassade wird wieder hergestellt.

Ganz besonders erfreulich ist es, das im Zuge der Beratungen bekannt wurde, dass sich eine namhafte Firma für die Vermarktung der neuen Halle interessiert. Den Bad Vilbelern werden in Zukunft Veranstaltungen geboten, die sonst nur aus größeren Städten bekannt sind. Damit unterstreichen wir auch unsere Rolle als Kulturstadt in der Rhein-Main-Region. Die Mieteinnahmen von über 300.000 Euro werden erheblich dazu beitragen, die Abschreibungen der neuen Halle zu decken.

Für den Erfolg des gesamten Projekts halten wir den Bau eines Hotels für notwendig. Wir unterstützen den Vorschlag des Magistrats das Angebot der Firma E+P aus Rüsselsheim anzunehmen. Damit gewinnen wir einen erfahrenen Partner, der schon viele große Projekte erfolgreich durchgeführt hat. Mit der Dorint-Gruppe wurde auch ein namhafter Betreiber gefunden. Das Hotel ergänzt das bestehende Übernachtungsangebot ohne eine Konkurrenz zu sein, weil es sich in einem anderen Preissegment bewegt als die Nachbarschaft. Vom Hotel aus kann auch die Außen-Bewirtung der neuen Kurparkfläche zwischen Halle und Nidda erfolgen. Für Tagungen kann das Hotel auch Räume im Kurhaus und der neuen Halle nutzen. Auch ein Catering vom Hotel aus ist nach Absprache mit den jeweiligen Veranstaltern denkbar.

Durch den Verkauf der Hotelfläche entstehen der Stadt Einnahmen, die für das Gesamtprojekt zur Verfügung stehen. Die Kosten der neuen Halle und der Renovierung des Kurhauses kann man heute noch nicht exakt beziffern. Eine Größenordnung von 25 Millionen Euro ist wohl realistisch. Wichtig ist für uns, dass die Stadt dieses Projekt stemmen kann ohne Schulden machen zu müssen. Die Investitionen der Vergangenheit in den Quellenpark tragen jetzt Früchte.

Der Hessentag 2020 bietet uns die Chance Mittel des Landes für dieses Vorhaben zu requirieren. Der Zeitplan ist ausgesprochen ehrgeizig. Wenn wir ihn einhalten können, dann durch den Rückenwind des Hessentages. Dennoch möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich betonen, es wäre schön, wenn alles bis zum Hessentag fertig wird, aber wir können den Hessentag auch durchführen ohne die neue Halle.

Sehr geehrte Damen und Herren, ich denke, ich habe deutlich machen können, dass die CDU seit mehreren Jahrzehnten einen konsequenten Plan zur Fortentwicklung unserer Stadt verfolgt. Ein langer Atem war nötig und auch die Fähigkeit Entscheidungen durchzusetzen, die anfangs nicht nur auf Jubel stießen. Unsere heutige Entscheidung eröffnet der Festspiel- und Quellenstadt Bad Vilbel neue Perspektiven für eine erfolgreiche und nachhaltige Entwicklung.

Herzlich möchte ich mich bei allen bedanken, die dazu beigetragen haben, dass wir heute eine solch gute und wichtige Entscheidung für unsere Stadt treffen können. Herzlichen Dank an unseren Ehrenstadtrat Klaus Minkel, der sehr viel Zeit und Energie in dieses Projekt gesteckt hat und an Herrn Klaus Rotter von den Stadtwerken, den ihn dabei wesentlich unterstützt hat. Danken möchte ich auch Herrn Claus Kunzmann dem Leiter unseres Kulturamtes und Intendanten der Burgfestspiele, der uns mit seinem großen Wissen beraten hat. Ich danke auch für die sehr konstruktiven Gespräche mit allen Fraktionen und natürlich besonders für die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unserem Koalitionspartner, der FDP. Zum Schluss danke ich im Namen der CDU-Fraktion unserer Vorsitzenden Irene Utter, die uns und unsere Positionen in allen Gesprächsrunden vertreten hat.“

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