Auch Gastronomen und Kirche würden unter Sperrung leiden

Als unausgegoren bezeichnet die CDU-Fraktionsvorsitzende Irene Utter den neuerlichen Versuch der Grünen, Autofahrer aus der Frankfurter Straße zu verbannen. „Diese Diskussion haben wir schon häufig geführt. Wir bleiben bei unserem Standpunkt, dass eine solche Sperrung mehr Nach- als Vorteile für die Menschen mit sich bringt“, so Utter.

Die Fraktionsvorsitzende mahnt, die rund 1500 Menschen nicht zu vergessen, die als direkte Anwohner von der Sperrung der Frankfurter Straße betroffen wären: „Wie wollen Sie den Bürgerinnen und Bürgern erklären, dass sie an Weihnachten, Ostern und sonntags auf Besuche ihrer Familie und Freunde verzichten müssen?“ Betroffen wären nicht nur die Anwohner der Frankfurter Straße, sondern auch die des Grünen Wegs, der Albanusstraße, des Felsenkellers, der Hasen- und der Schmiedsgasse.

Kirche und Gastronomen leiden

Doch nicht nur die Anwohner, auch Gastronomen und etwa die Christuskirche würden unter der Sperrung leiden. „Gerade im Winter wird sich sonntags in Gronau und auf dem Heilsberg kaum jemand aufs Fahrrad setzen, um einen Kaffee an der Neuen Mitte trinken zu gehen oder zum Gottesdienst zu fahren“, so Utter. Was im Übrigen auch gar nicht jeder könne: „Was ist mit den älteren Menschen, die nicht mehr gut zu Fuß sind, oder Familien mit Kind und Kegel? Die vergessen Sie einfach“, kritisiert Utter.

Hanebüchene Argumente

Die Fraktionschefin befürchtet zudem, dass die Anwohner der umliegenden Straßen mit erhöhtem Parkdruck zu kämpfen hätten. „Wir wissen aus Erfahrung, dass die Autofahrer, die dann nicht mehr in der Tiefgarage Neue Mitte parken können, die Straßen rundherum nutzen“, erklärt Utter. An einem schönen Sommertag könne das dann Ausmaße annehmen, wie man sie bereits von Straßenfesten und verkaufsoffenen Sonntagen kenne.

Dass mit der Sperrung für die Hessentagssituation geübt werden solle, bezeichnet Utter als hanebüchen: „Die Verkehrssituation beim Hessentag kann man vorher nicht ,einüben’. Der Hessentag ist ein einmaliges Großereignis, die Einschränkungen in Sachen Verkehr eine absolute Ausnahme. Das ist ein vorgeschobenes Argument, um Klientelpolitik zu betreiben.“

Der Antrag sei mit heißer Nadel gestrickt, denn in der jetzigen Form ist die gesamte Frankfurter Straße vom Heilsberg bis zum Alten Rathaus gemeint, das können nicht einmal die Grünen ernsthaft im Sinn haben.

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