Koalitionsantrag für mehr Blühwiesen

Blühwiesen - Zufluchtsort in Wüstenlandschaften für Insekten

Bad Vilbel. Die Koalition aus CDU und FDP beauftragt den Magistrat in der Stadtverordnetenversammlung mit der Prüfung auf Flächen im Bad Vilbeler Stadtgebiet auf denen Wildblumenwiesen angelegt werden können.

41% der weltweiten Insektenarten sind vor dem Aussterben bedroht - mit gravierenden Folgen für die Ökosysteme. Etwa 33.000 verschiedene Insektenarten sind in Deutschland beschrieben. In manchen Gebieten ist ihre Zahl in den letzten Jahrzenten um bis zu 75% zurückgegangen. In den Medien ist vom Insektensterben die Rede. Dies könnte zu einer ökologischen Katastrophe werden.

Insekten sind nämlich nicht nur als Bestäuber für die Fortpflanzung unzähliger Pflanzenarten unerlässlich, sondern nehmen auch eine wichtige Stellung in der Nahrungspyramide innerhalb eines jeden Ökosystems ein. Ihr Verschwinden wirkt sich so auf alle Tierarten innerhalb eines Ökosystems aus, wie beispielsweise auf die Vögel. Der Rückgang der Insekten beeinflusst bereits jetzt negativ die Anzahl der Vögel. Auch für die Landwirtschaft haben Insekten eine hohe Bedeutung. Diese beschränkt sich nicht nur auf die Bestäubung von Agrarpflanzen, sondern umfasst auch die Eindämmung von Schädlingen sowie den Abbau von pflanzlicher Biomasse, der zum Erhalt fruchtbarer Böden beiträgt (Stoffkreislauf). Insekten gleichen normalerweise ihre Verluste durch Fraßfeinde mit einer hohen Anzahl an Nachkommen aus.

„Wüstenlandschaften für Insekten nehmen immer mehr zu“

Warum sterben aber unsere Insekten? Wissenschaftler diskutieren Elektrosmog, den Einsatz diverser Chemikalien, den Klimawandel und Lichtverschmutzung als mögliche Ursachen für das Artensterben. Wissenschaftlicher Konsens hingegen besteht darin, dass die Umgestaltung und damit verbundene Zerstörung der Lebensräume für Insekten (Habitate) den größten Einfluss nehmen. Die Lebensräume gehen verloren mit massiven Folgen für die Insekten. Immer mehr Steingärten, in denen weder Pflanzen noch Insekten einen Lebensraum finden, oder Rasenflächen mit wenig oder gar ohne Blühpflanzen prägen mehr und mehr das Stadtbild. Solche „Wüstenlandschaften“ für Insekten nehmen immer mehr zu. Blütenreiche Gebiete mit hoher Diversität der Flora und Fauna werden immer seltener. Aber auch die Landwirtschaft trägt hierzu einen Anteil bei. In manchen Regionen müssen Landwirte bereits massiv nachhelfen, da Insekten rar geworden sind. Bestäuben per Hand oder das Aufstellen von Bienenstöcken verhindern größere Ernteverluste.

Was können wir tun?

Der Verlust von naturnahen Gebieten muss eingedämmt werden. Der Schutz und die Ausweitung von Lebensräumen für Insekten müssen in den Fokus rücken. Daher ist der Prüfantrag der Koalition an den Magistrat, geeignete Flächen im Stadtgebiet zu suchen, auf denen Blühwiesen angelegt werden können, ein Schritt in die richtige Richtung dem Artensterben der Insekten ein wenig entgegen zu wirken.

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