CDU führt Gespräch mit neuem Leiter der Polizeistation

Partei lobt geplante Teilnahme an Landes-Sicherheitsprogramm „Kompass“

Einen Blick hinter die Kulissen der Bad Vilbeler Polizeiarbeit werfen und mit den Beamten ins Gespräch kommen: Diese Chance haben 15 Mitglieder der örtlichen CDU in der vergangenen Woche genutzt. Zu dem Besuch hatten die CDU-Fraktionsvorsitzende Irene Utter und der Landtagsabgeordnete und CDU-Stadtverbandsvorsitzende Tobias Utter eingeladen. Die Delegation wurde von Anja Fuchs, neue Leiterin der Polizeidirektion in Friedberg, und Holger Götzmann, neuer Leiter der Polizeistation Bad Vilbel, in Empfang genommen.

Götzmann, der auf viele Jahre Berufserfahrung zurückblicken kann, sagte: „Ich freue mich, dass ich die letzten fünf Jahre meines Berufslebens in Bad Vilbel verbringen darf.“ Ein gutes Betriebsklima und einen fast familiären Umgang pflege man hier – und das trotz hoher Personalfluktuation. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Vilbel funktioniere sehr gut, berichten Götzmann und Fuchs. Positiv heben sie auch die Nachbarschaft zur Feuerwehr hervor: „Man hilft sich gegenseitig.“

Dass die Polizisten in Bad Vilbel gute Arbeit leisten, beweist die rückläufige Kriminalitätsrate: 2017 wurden in der Quellenstadt 1385 Straftaten gezählt, 2018 nur noch 1261. „Wir verzeichnen einen Rückgang in allen Kriminalitätsbereichen – außer bei den Sachbeschädigungen“, so Fuchs und Götzmann. Hierbei hatte ein einzelner Vorgang in Massenheim große Auswirkungen auf die Statistik: eine ungewöhnliche Serie von massiven Sachbeschädigungen an Autos. „Wenn man diese Zahlen mit denen anderer Kommunen vergleicht, kann man sagen: Bad Vilbel ist eine sehr sichere Stadt“, freut sich CDU-Vorsitzender Tobias Utter.

Bundesweit einmalig

Dennoch begrüßt die CDU Bad Vilbel, dass sich die Stadt an dem Landesprogramm „Kompass“ (Kommunalprogramm Sicherheitssiegel) von Innenminister Peter Beuth (CDU) beteiligen will. Im Rahmen dieses bundesweit einmaligen Programms erarbeiten die teilnehmenden Kommunen gemeinsam mit der Polizei und den Bürgern passgenaue Sicherheitskonzepte. Derzeit machen bereits über 30 hessische Kommunen mit. „Ziel des Programms ist es, die Sicherheitsarchitektur der jeweiligen Kommune individuell weiterzuentwickeln und Lösungen für Probleme vor Ort zu entwickeln. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Prävention“, erklärt Tobias Utter.

Ein zentraler Bestandteil des Programms: der „Kompass“-Berater. Dabei handelt es sich um einen Polizisten, der im ständigen Dialog mit den Partnern den Fortschritt der Initiative dokumentiert. In einem ersten Schritt geht er auf die kommunalen Vertreter zu und erstellt mit diesen gemeinsam eine detaillierte Sicherheitsanalyse. Dabei werden alle bewährten Maßnahmen der Polizei sowie Programme berücksichtigt, die vor Ort bereits wirken. Jedoch soll auch Bestehendes auf den Prüfstand gestellt und eine detaillierte Maßnahmenliste erstellt werden, wie die Sicherheit vor Ort weiter verbessert werden kann.

Stationsleiter Götzmann hat mit dem „Kompass“-Projekt bereits viel Erfahrung gesammelt. Er freut sich darauf, wenn auch Bad Vilbel in das Programm aufgenommen wird. Begleitet wird das Projekt von der Uni Giessen.

Videoüberwachung ausweiten

Um die Sicherheit in Bad Vilbel weiter zu erhöhen, kann sich die CDU zudem eine Ausweitung der Video-Überwachung vorstellen. „Damit haben wir am Nordbahnhof sehr gute Erfahrungen gemacht“, so Irene Utter. „Deshalb können wir uns eine Ausdehnung auf den Südbahnhof, den Bahnhof Dortelweil und den Niddaplatz gut vorstellen.“

Eine Bitte gab Götzmann den CDU-Politikern mit auf den Weg: Trotz vieler neuer Aufgaben, Internet-Kriminalität und gewalttätigem Extremismus „darf der Schichtdienst nicht ausbluten“, betonte er. Die Zahl der Polizisten in Hessen werde zwar erhöht, doch dauere es seine Zeit, bis die neuen Polizisten ausgebildet seien und somit in der Fläche ankämen.

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