Nach Missbrauchs-Vorwürfen: Aus “Hermann-Gmeiner-Straße” soll “Waldblick” werden
Gemeinsam für die Umbenennung der Hermann-Gmeiner-Straße (von links): Deliah Werkmeister, Andreas Lohbeck, Matthias Kallmeyer, Alban Krasniqi, Dr. Michael Holzapfel.
Ortsbeirat unterstützt Vorschlag der Anwohnerinnen und Anwohner – Interfraktioneller Antrag von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP
Bad Vilbel. Der Ortsbeirat Kernstadt spricht sich für die Umbenennung der Hermann-Gmeiner-Straße in Waldblick aus. Einen entsprechenden interfraktionellen Antrag haben die Fraktionen von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP gemeinsam eingebracht. Der Magistrat wird darin gebeten, die Umbenennung umzusetzen und im Zuge dessen auch die bestehende Straßenbeschilderung zu optimieren beziehungsweise zu ergänzen.
Hintergrund ist ein bereits im Dezember 2025 gefasster Grundsatzbeschluss des Ortsbeirats. Anlass waren im Oktober 2025 bekannt gewordene Vorwürfe des körperlichen und sexuellen Missbrauchs gegen Hermann Gmeiner, den Gründer der SOS-Kinderdörfer. „Ein Straßenname ist immer auch eine öffentliche Ehrung. Diese Form der Würdigung ist mit schwerem Fehlverhalten gegenüber Schutzbefohlenen nicht vereinbar. Deshalb war und ist die Umbenennung aus unserer Sicht notwendig und richtig“, betonen Deliah Werkmeister für die CDU, Alban Krasniqi für die SPD, Andreas Lohbeck für Bündnis 90/Die Grünen und Dr. Michael Holzapfel für die FDP.
Konstruktiver Austausch mit den Anwohnern
Ortsvorsteher Matthias Kallmeyer hatte nach dem Grundsatzbeschluss umgehend Kontakt zu den Anwohnerinnen und Anwohnern der Straße aufgenommen und einen Vor-Ort-Termin initiiert, zu dem alle Fraktionen im Ortsbeirat eingeladen waren. In dem Gespräch wurde ausdrücklich darum geben, die Straße künftig nicht erneut nach einer Person zu benennen. Stattdessen wurde der Name „Waldblick“ vorgeschlagen, der aufgrund der geografischen Lage sehr passend ist. “Uns ist bewusst, dass eine Straßenumbenennung immer mit viel Aufwand verbunden ist. Umso dankbarer sind wir den Anwohnerinnen und Anwohnern dafür, dass sie die Gründe für die Umbenennung nachvollziehen können und den Prozess so konstruktiv begleiten und mittragen“, unterstreicht Ortsvorsteher Kallmeyer.
„Der gute Austausch mit den Anwohnerinnen und Anwohnern und zwischen den Fraktionen haben zu einer schnellen Lösung geführt. Der Name ‚Waldblick‘ greift die örtlichen Gegebenheiten auf und entspricht vor allem dem Wunsch der Anwohnerinnen und Anwohner”, so die Fraktionen von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP.